Obstbaum

Wer sich dafür entscheidet, seinen Garten, die Terasse oder den Balkon mit einem Obstgehölz zu bereichern, kommt einerseits in den Genuss eigener Früchte und kann sich zudem an der dekorativen Erscheinung erfreuen. Speziell zur Blütezeit wird deutlich, dass Obstbäume auch Zierpflanzen sind. Gutes Gedeihen setzt natürlich bestimmte Bedingungen voraus, denn die unterschiedlichen Obstsorten haben auch verschiedene Pflegebedingungen. Für alle Obstbäume gilt es darauf zu achten, dass die Pflanze über einen starken, geraden Mitteltrieb verfügt, von dem mindestens drei kräftige Äste abgehen. Sie sorgen für einen gleichmäßigen Kronenwuchs. Stamm, Rinde und Wurzeln sollten verletzungsfrei sein.

Wurzelballen müssen über eine angemessene Größe verfügen und sollten sich fest und stabil anfühlen, keinesfalls bröselig oder trocken. Bei wurzelnackten Pflanzen sollten mindestens drei starke, elastische Wurzeläste vorhanden sein. Eine gesunde, kräftige Pflanze am passenden Platz mit der richtigen Pflege wird jedem Obstliebhaber lange Freude bereiten.

Apfelbaum

Selten wächst aus einem Apfelkernchen tatsächlich ein Apfelbaum. Die meisten Bäume bestehen aus einer Unterlage, dem sogenannten Wurzelbildner und einer Edelsorte. In den Baumschulen werden diese durch Veredlung zusammengebracht, denn Edelsorten allein bilden oft nur spärliche Wurzeln aus.

Durch die Unterlage wird auch gleich die Wuchsform – Spalier, Halb- oder Hochstamm – bestimmt. Von der Wuchsform hängt auch der Zeitpunkt der ersten Ernte ab. Buschige Gewächse lassen sich bereits nach ein bis zwei Jahren ernten, Hochstämme lassen sich üblicherweise mehr Zeit (ca. fünf bis sechs Jahre). Dafür erweisen sich Hochstämme oft als langlebiger, wogegen Buschformen früher „erschöpft“ sind.

Bei der Wahl des Apfelbäumchens ist zu berücksichtigen, welcher Standort ihm zukommen wird. Die vielfältigen Sorten sind teilweise sehr robust, es gibt aber auch sehr sensible Apfelgewächse. Plant man die Pflanzung mehrerer Bäume, lohnt es sich, die jeweiligen Erntezeiten zu beachten und sie zu staffeln. So vermeidet man Apfelschwemmen, die in ihrer Masse nur schwer zu verarbeiten sind und sichert sich frisches Obst über einen langen Zeitraum. Ein wichtiger Aspekt bei dieser Planung ist auch die Lagerfähigkeit.

Birnbaum

Birnbäume werden – je nach Wuchsform – zwischen zwei und acht Meter hoch. Der optimale Zeitraum zum Pflanzen ist im Herbst oder Frühjahr, man sollte fünf bis zwölf m² Standraum einkalkulieren. Birnenbäume gedeihen gut an sonnigen, jedoch geschützten Plätzen. Windige Orte mit viel Zugluft sind zu vermeiden, schon weil der erste kleine Herbststurm sonst fast alle Früchte zu Boden reißt. Sehr gute Erträge erzielt man, wenn Spalierbäume nebeneinander gesetzt werden. Die Früchte können so besser ausreifen. Bewährt hat sich das Mischen verschiedener Sorten, um Pollenspender in unmittelbarer Nähe zu haben. Einige Birnensorten sind selbst unfruchtbar, benötigen zur Bestäubung und anschließenden Fruchtbildung also den Pollen anderer Sorten. Vielleicht steht der passende Spender auch in Nachbars Garten, wichtig ist nur, dass die Blüte zur ungefähr gleichen Zeit stattfindet.

Birnen benötigen einen tiefgründigen, nährstoffreichen, warmen geschützten Boden, die Verwendung von Mulch ist daher angeraten. Außerdem ist ein fachgerechter Pflanzenschnitt und eine regelmäßige Auslichtung notwendig. In einer lockeren, luftigen Krone können Laub und Früchte nach dem Regen besser trocknen, Pilze finden weniger Angriffsfläche und können sich nur schwer ausbreiten. Die Früchte werden rundherum besonnt und können so gleichmäßig saftig und aromatisch heranreifen.

Im September ist Erntezeit. Wer die Birnen einlagern möchte, sollte sie bereits pflücken, wenn sie noch hart sind. Sobald sie etwas weich werden, eignen sich die Früchte hervorragend für die Herstellung von Saft, Mus und Kompott oder den Frischverzehr direkt vom Baum.

Kirschbaum

Kirschbäume gehören zu den beliebtesten Obstgehölzen, nicht zuletzt auch wegen ihrer traumhaften Blütenpracht. Man unterscheidet Süß- und Sauerkirschen, die sich in ihren Ansprüchen recht ähnlich sind, sich aber im Geschmack doch sehr unterscheiden. Die Bäume werden zwei bis zehn Meter hoch. Gepflanzt wird im Herbst oder Frühjahr. Süßkirschen benötigen etwas mehr Platz, ungefähr 20 m² sind einzuplanen. Es bietet sich an, zum Süßkirschenbaum einen Pollenspender zu setzen. Die Sauerkirsche hingegen ist beim Platzangebot etwas genügsamer, zehn bis fünfzehn m² genügen ihr. Die meisten Sorten sind selbstbefruchtend.

Kirschbäume fühlen sich an sonnigen Plätzen auf leichtem Sandboden wohl. Der Boden muss gut durchlüftet und durchlässig sein, Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden. Optimal gedeihen sie im Schutz einer Hausmauer. Bereits nach der Ernte kann man mit dem Auslichten beginnen, indem man die hängenden, abgeernteten Zweige zurückschneidet. Im Winter sollte man die Stämme kalken, um Frostrisse zu vehindern. Süßkirschenblüten sind sehr empfindlich gegen Spätfrost, Sauerkirschen haben sich als recht frosthart erwiesen.